Merkbefreit oder Strategisch?

… ein freund hat neulich erzählt, daß er sich frage, ob die bundesregierung an merkbefreiung, also der amalgamierung von gedächtnisverlust und weltfremdheit leide, oder ob sie eine strategie verfolge, deren ziele sich ihm völlig verschließen würden.

auf meinen fragenden blick sagte er, daß er sich anders die beschlüsse zum verwertungsrecht der kulturindustrie und hartz 4 nicht erklären könne. da sei das geforderte handyverbot an schulen noch dem bereich karnevalssitzung zuzuordnen.

“wegen hartz 4 werden mehrere hunderttausend menschen zwangsumgesiedelt, weil ihre mietkosten zu hoch seien und die bundesjustizministerin kennt logistep nicht“, führte er aus.

die zwangsumsiedelung von hartz 4 empfängern bedeute, daß diese in gegenden mit niedrigeren mieten vertrieben würden und da frage er sich schon, ob die regierung einen fernseher habe und die straßenschlachten in den banlieus verfolgt habe. “müssen wir in der brd mutwillig ghettos schaffen?”, fragte er. allerdings sei auch der gedanke nicht von der hand zu weisen, es handele sich um eine strategie zur legitimierung von noch mehr überwachung und bespitzelung, denn die so angebahnten brennpunkte seien ganz sicher auch keimzelle terroristischer aktivitäten.

daß aber die justizministerin keinerlei kenntnisse um die maschinelle abmahnung von tauschbörsennutzern habe schockiere ihn. “was macht die eigentlich den lieben langen tag?”, fragte er. daß sie von ihren mitarbeitern anscheinend nicht umfassend informiert würde, wäre ebenfalls bedenklich und gehe in die richtung der ‘tendenziösen berichterstattung’.

überhaupt sei ihr keine glanzleistung geglückt, denn es hinge auch von der wahl des betriebssystems ab, ob eine kopie illegal sei oder nicht. ihn als linuxer freue es zwar, wenn er nun von den ‘wirksam kopiergeschützten audio-cds’ ohne probleme und gefahren ein kopie für sein autoradio machen dürfe, gerecht sei dies aber nicht. wobei dieses ganze gehabe der ‘mövenfraktion’* sowieso unsinn, wenn nicht sogar der untergang des abendlandes sei.

leider blieben in der zusammenfassung aber nur james dean, jesus und den gelben seiten in ergänzender mischung übrig: “vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun… sie hätten jemand fragen sollen, der sich damit auskennt”


* vgl. die Möven in “Findet Nemo” (”Meins-Meins-Meins”)

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